Wie gut unser Körper Koffein abbaut, ist von Mensch zu Mensch verschieden. So mögen manche zwar den leckeren Kaffeegeschmack, nicht aber die belebende Wirkung. Erst 1905 gelang es dem Bremer Kaufmann Ludwig Roselius, ohne deutliche Geschmacksverluste das Koffein selektiv aus der Kaffeebohne zu lösen. Bis heute ist die Entkoffeinierung von Kaffee ein aufwendiges – und deshalb teures - chemisches Verfahren.

Wie läuft die Entkoffeinierung ab?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das Koffein aus der Bohne lösen kann. Dabei sind drei Prozesse notwendig:

1. Anfeuchten beziehungsweise Dämpfen
2. Entkoffeinieren mittels eines Lösungsmittels
3. Trocknen und Verschließen der Bohnen-Poren mit Wachs

So werden zunächst die ungerösteten Kaffeebohnen (Rohkaffee) mit Wasser vorbehandelt, bis sie einen Feuchtigkeitsgehalt von 30 – 50 Prozent erreicht haben. Nun beginnt das Entziehen des Koffeins durch ein Extraktionsmittel. Dieses Mittel löst das Koffein aus der feuchten Bohne, trennt es ab und nimmt es auf. Man versucht, dabei möglichst wenig Fette aus dem Kaffee zu lösen – diese beeinflussen u.a. das Aroma.
Danach werden die Bohnen nochmals gedämpft, um Lösungsmittelrückstände zu entfernen. Bei der abschließenden Trocknung wird Wachs (zum Beispiel Carnauba-Wachs) zugefügt, um die Kaffeebohnen unempfindlicher zu machen und das Röstverhalten zu verbessern.

 

Ist entkoffeinierter Kaffee ungesund?

Wie gesund entkoffeinierter Kaffee ist, entscheidet am Ende das genutzte Verfahren. Entkoffeinierter Kaffee aus dem Supermarkt wird in den meisten Fällen mit dem Lösungsmittel Dichlormethan behandelt – dieses steht zumindest im Verdacht, krebserregend zu sein.
Eine Alternative ist das Lösungsmittel Ethylacetat (Essigester). Dieser Stoff kommt auch in Obst oder Gemüse vor und wird vom menschlichen Organismus vollständig abgebaut.

Vor allem bei Bio-Kaffee kommt das Kohlenstoffdioxidverfahren zum Einsatz. Dabei verwendet man sogenanntes überkritisches CO2, das bei einer bestimmten Temperatur und Druck einen verdichteten Dampf bildet. Diese Extraktion wird mehrfach ausgeführt und dauert 8 - 12 Stunden.

Eine seltener genutzte Alternative bietet die Extraktion mit Wasser. Ein Problem bei der Verwendung von Wasser ist, dass es neben Koffein auch bis zu 25 Prozent der anderen Bestandteile aus Kaffee löst. Deshalb kommen wiederum Aktivkohle und eine Zuckerlösung zum Einsatz, um diese wieder zuzuführen.

Die beiden letztgenannten Verfahren sind deutlich aufwendiger, was sich entsprechend in den Kosten niederschlägt.

Übrigens liegt bei Kaffee der Durchschnitt an Koffeingehalt bei etwa 1,5 Prozent. Entkoffeinierter Kaffee darf laut Verordnung nur 0,1 Prozent Koffein enthalten.

 

Warum gibt es beim WÜPAKA keinen entkoffeinierten Kaffee?

Zum einen möchten wir unseren wunderbaren Premiumkaffee nicht auf diese Weise chemisch nachbehandeln lassen. Wir sind stolz auf die Qualität unseres Kaffees und möchten dabei keine Kompromisse machen. Zum anderen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage nach entkoffeiniertem Kaffee bei uns sehr gering ist. Deshalb bitten wir um euer Verständnis, dass wir keinen im Sortiment führen möchten.
Wenn ihr einen Kaffee mit niedrigem Koffeingehalt sucht, empfehlen wir euch unseren Tansania Classic. Dieser ist ein reiner Arabicakaffee, der von Natur aus deutlich weniger Koffein als ein Robustakaffee enthält.
11 April 2024
Stichworte: Kaffeewissen