Co-Finanzierung des Einsatzes einer Krankenhausmitarbeiterin

Das Missionsärztliche Institut ist eines unserer Gründungsmitglieder und hat seit Jahrzehnten enge Beziehungen zu Tansania, vor allem im medizinischen Bereich. In Deutschland wird medizinisches Fachpersonal für den Einsatz in tropischen Ländern ausgebildet. Die Mitarbeiter sind zudem regelmäßig vor Ort tätig, um einheimisches Gesundheitspersonal zu schulen und zu beraten.

Mit der Projektförderung 2021 konnten wir den Einsatz einer Mitarbeiterin des Missionsärztlichen Instituts am Bugando Medical Centre in Mwanza, Tansania mit 2.000 Euro unterstützen. Das BMC hat ein großes Einzugsgebiet mit rund 16 Millionen dort lebenden Menschen.
Bereits 2019 war Judith Steigerwald vor Ort in der Endoskopie-Abteilung des BMC für drei Monate ehrenamtlich tätig und stellte den dringenden Schulungsbedarf des Pflegepersonals der Abteilung fest. Auch von Seiten der tansanischen Kollegen wurde der Wunsch geäußert, vor Ort von ihrer Mitarbeit und ihrer Erfahrung zu profitieren und zu lernen.
Die Endoskopie ist eine enorm wichtige Untersuchung für die Diagnosestellung und Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und gehört seit langem schon zur Standard eines gut ausgerüsteten Krankenhauses der Regelversorgung.
Nach einiger Verzögerung konnte die Reise am 04.06.21 nach Tansania beginnen.

Doch die Gegebenheiten waren vor Ort ganz anders als erwartet. Ein Großteil der Endoskope war stark beschädigt, sodass die Trainingseinheiten nicht sofort beginnen konnten. Einen Teil ihrer Zeit investierte Frau Steigerwald in den ersten Monaten, um eine Bestandsaufnahme der Beschädigungen aufzunehmen, mit Technikern in Verbindung zu treten und die Reparatur der Endoskope anzustoßen. Die restliche Zeit arbeitete sie aktiv im Alltag der Station mit, um ihre Kiswahili-Sprachkenntnisse zu verbessern und Abläufe zu beobachten und zu analysieren.

Zum Jahresbeginn 2022 wechselte Frau Steigerwald dann an das St. Clare Hospital in Mwanza.
Das St. Clare Hospital ist ein kleines Krankenhaus mit 32 Betten, in dem eher einkommensschwache Bevölkerungsgruppen versorgt werden und ist ein wichtiger Teil der regionalen Krankenversorgung. Es bietet relativ viele Fachabteilungen an, jedoch keine Endoskopie-Abteilung. Diese Abteilung aufzubauen und das Personal dort im Umgang mit den sensiblen Gerätschaften und allen Vorgängen rund um die Untersuchung vertraut zu machen ist nun die Aufgabe von Frau Steigerwald. Es geht sehr gut voran – so wurden unter anderem auch neue Räumlichkeiten für die Endoskopie-Abteilung gebaut. Wir freuen uns, dass die Endoskopie-Einheit zum 07. Februar in Betrieb genommen werden konnte.

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