Es ist eine der häufigsten Fragen, die ihr uns im Kaffeeladen stellt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso? Wir erklären’s euch.

Vorneweg erst mal die große Gemeinsamkeit – beides stammt von der gleichen Kaffeepflanze aus den gleichen rohen Kaffeebohnen. Den Unterschied machen lediglich Röstung und Zubereitung.

Unterschiede in Röstung und Geschmack

Die Bohnen werden für Espresso üblicherweise dunkler und länger geröstet als für Kaffee. Für die Röstungen werden gerne Blends mit Robusta-Anteil verwendet, da dieser für einen vollen Körper sorgt, weniger geschmackliche Säure enthält und für eine schöne Crema sorgt. Da Espresso deutlich konzentrierter in der Tasse landet als Filterkaffee, kommen Bitterstoffe, Säuren und Röstaromen stärker zum Vorschein. Ein Espresso besteht üblicherweise aus 25 - 30 ml, während Filterkaffee in Tassen von 125 ml bis 250 ml serviert wird. Filterkaffee schmeckt im Vergleich zu Espresso nuancierter und leichter, weniger intensiv.

Espresso wird unter Druck aus der Siebträgermaschine gezogen

Unterschiede in der Zubereitung

Espresso wird aus der Siebträgermaschine mit hohem Brühdruck von üblicherweise 9 bar gezogen. Das dauert nur maximal 30 Sekunden. Unter Druck wird mehr Säure extrahiert.

Bei Filterkaffee gibt es dagegen verschiedene Extraktionsmethoden, von "Omas Handfilter" über Hario V60, Aeropress, Clever Dripper oder French Press ist etwas für jeden Geschmack dabei. Je nachdem variiert auch die empfohlene Extraktionszeit, also die Zeit, in der das Pulver mit Wasser in Kontakt ist. Das kann zwischen 2 Minuten (Aeropress) und 4 Minuten (French Press) liegen. 

Auch unterschiedliche Mahlgrade spielen eine wichtige Rolle und beeinflussen den Geschmack entscheidend. Bei Kaffee muss der Mahlgrad wegen der längeren Extraktionszeit gröber sein als das sehr fein gemahlene Espressopulver. Es gilt die Faustregel: Je länger der Kontakt mit Wasser, desto gröber der Mahlgrad.

Die Crema

Berühmt ist der Espresso für seine schöne Crema, die durch Kaffeeöle entsteht. Diese lösen sich bei der Zubereitung zusammen mit Proteinen und verschiedenen Zuckerarten - feine Schaumbläschen bilden sich. Der Mahlgrad hat große Auswirkungen auf die Crema. Ist er zu fein, bekommst du eine zu dunkle Crema und der Espresso schmeckt bitter. Ein zu grober Mahlgrad produziert dagegen eine wässrige Crema, die sich schnell wieder auflöst.
Wer Espresso aus dem Vollautomaten zieht, bekommt auch hier meist eine Crema, die manchmal jedoch eine Mogelpackung ist. Einige Automaten sind mit Ventilen ausgestattet, die den Espresso aufschäumen, um eine "Pseudo-Crema" zu erzeugen.

Unterschiede Kaffee Espresso
Weshalb sind Espressobohnen teurer als Kaffeebohnen?

Durch die intensivere Röstung geht mehr Wasser verloren und die Bohnen verlieren damit an Gewicht. Für den gleichen Inhalt einer Tüte Kaffee und einer Tüte Espresso werden im Vergleich beim Espresso also in der Herstellung mehr Bohnen benötigt.

Und was verwendet man für was?

Eigentlich ganz einfach – fast alle Kaffeespezialitäten, die mit Milch bzw. Milchschaum hergestellt werden wie Latte Macchiato oder Cappuccino werden mit Espresso gemacht. Durch seinen intensiveren Geschmack bleibt das Röstaroma selbst mit viel Milch erhalten.

Nur Milchkaffee, der ja schon „Kaffee“ im Namen trägt, wird auch tatsächlich mit Kaffee gemacht und ist deshalb sehr mild im Geschmack. Auch der Café Crème / Crema wird aus Kaffee zubereitet.

Kaffee oder Espresso - was verwendet man für was?

Zum Abschluss ist zu sagen: Erlaubt ist, was dir schmeckt! Natürlich kann man bei Kaffee immer sehr zum Nerd werden, weil dieses Themenfeld unglaublich komplex ist. Wir finden, man sollte stets Spaß an der Sache haben und Kaffee (oder Espresso) einfach so genießen, wie man ihn persönlich am liebsten mag!

07 September 2021
Stichworte: Kaffeewissen